Respekt vor der Arbeit der anderen…

Keine Berührungsängste: KSB-Azubi Tim Pietsch (links) misst unter Anleitung der angehenden Pflegefachkraft Patricia Kay (Mitte) den Blutdruck eines Stiftungsbewohners. Foto: Michel Klehm

Der Tag beginnt mit der sogenannten Grundpflege: Stiftungs-Azubine Anna-Michele Ehrbarth (rechts) zeigt KSB-Azubi Danilo Trepper (links), wie das abläuft. Auch Füße waschen gehört dazu. Foto: Michel Klehm

vom 03.08.2018

Azubis blicken begeistert auf 14 Tage voller neuer Eindrücke zurück

Nach 14 Tagen feilen, sägen, Blutdruck messen, Betten machen und Füße waschen endete heute, am 3. August, der Azubi-Tausch zwischen der KSB Aktiengesellschaft und der Paul-Riebeck-Stiftung. Branchenfremde Aufgaben meistern, voneinander lernen und eigene Grenzen austesten, das war das Ziel der mittlerweile sechsten Auflage des Projektes. Für fünf KSB-Azubis ging es also von der Werkbank direkt ans Pflegebett. Sechs Azubis der Stiftung tauschten die Pflegekleidung gegen einen „Blaumann“. Viele neue Erfahrungen und eine Menge Spaß inklusive. „Ich fand`s cool, mich mal alt zu fühlen. Ein Alterssimulationsanzug hat uns etwa 30 bis 50 Jahre älter gemacht. Da war die gewohnte Beweglichkeit ziemlich eingeschränkt. Jetzt verstehe ich es, wenn Senioren über Schmerzen klagen oder nicht mehr können, wie sie eigentlich wollen“, berichtet der 23-Jährige Danilo Trepper, angehender Zerspanungsmechaniker bei KSB. Sein Azubi-Kollege Tim Pietsch ergänzt: „Ich habe großen Respekt vor der Pflegearbeit. Jeder Tag ist anders, weil sich natürlich auch die Stimmung und die Befindlichkeiten der Bewohner täglich ändern können. Das bringt der Umgang mit Menschen aber nun mal mit sich. Wie sich die Stiftungsmitarbeiter dann darauf einstellen und den täglichen Ablauf verinnerlicht haben, das fand ich spannend. Ein Teil davon gewesen zu sein, hat mir gut gefallen. Trotzdem bin ich nach wie vor mit dem was ich eigentlich mache und lerne bei KSB sehr zufrieden.“ Die Unterschiede der Berufe spürten auch Oskar Krause, Patricia Kay und Anna-Michele Ehrbarth. Die drei Stiftungs-Azubis mussten sich erst einmal an das „raue“ Werkstattleben gewöhnen und waren sich schnell einig: „Den ganzen Tag lang an der Werkbank stehen und immer am gleichen Stück feilen, sägen, bohren – das ist nichts für uns. Das ist zu eintönig. Wir haben mit der Ausbildung zum Altenpfleger schon den richtigen Beruf gewählt. Aber der Blick hinter die Kulissen war sehr interessant. Jetzt wissen wir, wie komplex und kostenintensiv es ist, eine Pumpe herzustellen und welche Technik und Maschinen dafür benötigt werden.“

Ergänzt wurde die Arbeit im Pflegeheim und in der KSB-Werkstatt mit einem Besuch im Berufsförderungswerk Halle gGmbH sowie Übungen, bei den die Azubis in die Rolle von Senioren und Pflegern schlüpften. Neben dem Alterssimulationsanzug kamen unter anderem der Tremor-Handschuh oder ein Rollstuhl zum Einsatz.

„Wir empfehlen es allen nachfolgenden Azubis, einmal über den eigenen Tellerrand zu schauen. Außerdem sollten sich auch noch weitere Unternehmen am Perspektivwechsel beteiligen“, zeigen sich die elf Austausch-Azubis begeistert.